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Die Größe eines Wolfsrudels hängt von der Beutedichte und der Größe des Reviers ab, in welchem die Wölfe leben. Je nachdem, wie einfach und oft eine Jagd gelingt, verbessern sich die Lebensbedingungen, sodass viele Wölfe in einem Rudel leben können. Nimmt die Beutezahl ab, so wandern meist die jüngeren Wölfe fort oder die Schwächeren werden vertrieben, um das Überleben des restlichen Rudels zu sichern.
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So ein Wolfsrudel organisiert sich in einem recht strengen hierarchischen Aufbau, in welchem jedes Rudelmitglied einen festen Platz hat, der nur durch Rangordnungskämpfe oder das Sterben eines Tieres verändert werden kann. An der Spitze des Rudels steht der Leitwolf mit seiner Gefährtin, die beinahe gleichberechtigt ist. Diese beiden Wölfe sorgen als einzige für den Nachwuchs im Rudel und übernehmen somit als Eltern der meisten Wölfe naturgemäß die Führung. Man erkennt die beiden Wölfe an der oft dominant erhobenen Rute. Unter diesem Führungspaar stehen stufenweise die anderen Mitglieder des Rudels. Dies sind oft jüngere Wölfe oder ehemaliger Leittiere, die ihren Platz an einen stärkeren Wolf verloren haben. Unter diesen Wölfen gibt es meist zwei Tiere, welche als Art Stellvertreter für die Leittiere funktionieren. Sie stehen in der Rangfolge direkt hinter den Leittieren und über den übrigen Wölfen. Diese wiederum nehmen eine wichtige Rolle in der Aufzucht und Fütterung der Welpen ein und tragen somit maßgeblich zum Überleben der Welpen bei. Bei einem sehr großen Rudel gibt es manchmal auch einen Wolf untersten Ranges, der wie ein Aussätziger behandelt wird und nicht selten zur Zielscheibe angestauter Aggressionen anderer Wölfe wird. Doch solches Verhalten dient vor allem einer besseren räumlichen Verteilung der Rudel, da diese Tiere nach einer bestimmten Zeit aufgrund zu starken Drucks der anderen Rudelmitglieder abwandern, um ein eigenes Rudel zu gründen. Es ist aber nicht so, dass alle Rudelmitglieder dem Alphapaar sklavisch untergeben sind. Jedes Rudelmitglied hat seinen eigenen Willen, nach dem es leben kann. Und vor allem im gemeinsamen Spiel unter den Rudelmitgliedern darf die bestehende Rangordnung schon mal missachtet werden. Denn vor allem die Jungen haben eine Art Narrenfreiheit und dürfen auch schon mal über die Stränge schlagen.
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Für Rüden und Weibchen existieren jedoch zwei getrennte Rangordnungen im Rudel. Normalerweise kämpfen somit nur Weibchen mit Weibchen und Rüden mit Rüden um die Rangordnung miteinander.
Zwei Wölfe beginnen eine Auseinandersetzung, wenn sie sich noch gleichrangig fühlen oder der bis zu diesem Zeitpunkt noch rangtiefere Wolf dem ranghöheren eben diesen Rang streitig zu machen versucht. Rangkämpfe beginnen manchmal auch als Spielhandlung und werden fortgesetzt, wenn ein Partner nicht bereits beim Spielen mit einer Demutshaltung aufgibt. Belästigungen zählen auch zu den Eröffnungen eines Rangkampfes. Auseinandersetzungen zwischen rangnahen Tieren sind häufiger als zwischen deutlich rangverschiedenen. Rangpositionen werden mehr oder weniger ständig in Frage gestellt, durch Begegnungen bestätigt oder verändert. Zu ernsten Kämpfen kommt es in der Regel nur zwischen den Ranghöchsten um die Alpha-Position. Aggressive und defensive Verhaltensweisen bestimmenden den Ausgang der Rangordnungskämpfe. Zum Ritual der aggressiven Verhaltensform gehören eine hochgestellte Rute, ein starrer Blick, hochgezogene Lefzen, das Zeigen der Zähne, ein gerunzelter Nasenrücken, eine gerunzelte Stirn, drohendes Knurren, beigesenkter Kopfhaltung und nach vorn gestellte Ohren. Zu den defensiven Verhaltensweisen, welche das Unterliegen eines Wolfes kennzeichnen und somit die Beißhemmung bei dem Stärkeren auslöst, die schlimmere Verletzung verhindert, zählen angelegte Ohren, zurückgezogene Lefzen, ein unsteter Blick, die zwischen die Hinterläufe eingeklemmte Rute und nicht zuletzt das Darbieten der bloßen Kehle und des Bauches. Rangkämpfe sind keine Privatsache, sondern werden vom ganzen Rudel aufmerksam verfolgt, doch ein dritter Wolf mischt sich nie in den Konflikt zweier anderer Wölfe ein. Das restliche Rudel wartet vielmehr unruhig ab was geschieht, da solche Auseinandersetzung nicht selten Veränderungen für das ganze Rudel mit sich bringen.
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